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Luminale 2018

Willst du sehen, so lerne zu handeln

Auf der diesjährigen Luminale war die Digital Design Unit (DDU) des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt mit der Installation WILLST DU SEHEN, SO LERNE ZU HANDELN in den Räumlichkeiten des Markt im Hof in Sachsenhausen vertreten. Die Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung findet seit 2002 alle zwei Jahre in Frankfurt und Offenbach statt und zählt es heute mit über 200.000 Besucher*innen zu den beliebtesten Veranstaltungen im kulturellen Leben der Region Rhein-Main.

Angehende Architekt*innen entwarfen und realisierten eine raumbildende, aus vielen Bausteinen zusammengesetzte Skulptur, die zum Verweilen einlud, aber auch eine versteckte Botschaft in sich trug: Die scheinbar zufällig und chaotisch auf dem Objekt verteilten Farb- und Lichtmuster ergaben erst Sinn, wenn man den „richtigen“ Standpunkt gefunden hat. Dann setzen sie sich zu einer lesbaren Botschaft zusammen und geben ihr Geheimnis preis. Doch nur für einen kurzen Moment, denn ein Roboterarm baut die digitale Aggregation permanent um, indem er Bausteine ergreift und sie an einem anderen Ort wieder absetzt. Abrupte Farbwechsel lassen Buchstaben plötzlich verschwinden und verändern damit die Bedeutung der Botschaften.

Das Projekt wurde realisiert mit der freundlichen Unterstützung durch Caparol und die Firma ACDC eine Tochter der Zumtobel Gruppe. Das geschickte Zusammenspiel der Caparol Icons Farben und der REB LED Strahler machten eine spannende und vielschichtige Installation möglich.

Die Skulptur machte Betrachtende zu aktiv Teilhabenden. Nur wer sich beim Betrachten selber bewegt, konnte das Werk erschließen und die versteckte Botschaft entschlüsseln. Der Effekt wurde mit Hilfe einer Anamorphose erzielt: Von einem Standpunkt aus werden Bilder auf die Skulptur projiziert und auf den einzelnen Elementen verzerrt. Nimmt man jedoch den Standpunkt des Projektors ein, erkennt man das unverzerrte Bild. Betrachtende müssen handeln, sprich: sich bewegen, um die Bilder zu erkennen. Anamorphosen erinnern uns daran, wie variabel und standortabhängig unsere Wahrnehmung ist. Im Zeitalter der digitalen Echokammern sozialer Netzwerke im Internet ist diese Reflektion notwendiger denn je.

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